Calacatta Viola
Herkunft: Italien
Calacatta Viola stammt ausschliesslich aus den Apuanischen Alpen im Norden der Toskana in Italien. Sein elfenbeinweisser Grund wird von markanten Adern und brekzienartigen Strukturen in Burgunderrot, Violett und tiefen Weintönen durchzogen, teilweise begleitet von feineren Grau- und Goldnuancen. Intensität und Zusammensetzung unterscheiden sich von Abschnitt zu Abschnitt und verleihen jedem Stück seinen individuellen Charakter. Die geografische Herkunft ist dabei ein wesentlicher Teil der Identität des Steins: Echter Calacatta Viola ist ein italienischer Marmor aus diesem spezifischen Gebiet der Apuanischen Alpen. Steine anderer Herkunft können ein ähnliches Erscheinungsbild aufweisen, sind jedoch nicht dasselbe Material.
Die geologische Entstehung von Calacatta Viola reicht rund 200 Millionen Jahre zurück, als sich Kalksedimente auf dem Grund eines urzeitlichen Meeres ablagerten. Durch spätere Bewegungen der Erdkruste wurde der Kalkstein unter enormem Druck und hoher Hitze durch Metamorphose in Marmor umgewandelt. Eisen- und manganhaltige Mineralbestandteile trugen zu den aussergewöhnlichen Farbtönen innerhalb des Steins bei: Eisenreiche Bereiche zeigen sich in warmen Burgunder- und tiefen Rottönen, während Mangan mit den charakteristischen violetten und purpurfarbenen Nuancen in Verbindung gebracht wird. Diese Farben sind natürlicher Bestandteil des Steins und entstanden innerhalb des Marmors – sie wurden nicht nachträglich auf die Oberfläche aufgebracht.
Die Geschichte von Calacatta Viola reicht weit über seine heutige Verwendung in Interieurs hinaus. Historisch mit Breccia Medicea verbunden, wurde der violett geaderte Marmor bereits in der Römerzeit verwendet und später eng mit der Familie Medici während der Renaissance verbunden. Unter Cosimo I. de’ Medici fand der Stein in Florenz prominent Verwendung, unter anderem in den Medici-Kapellen, im Palazzo Pitti und in der Kathedrale Santa Maria del Fiore.
Auch Jahrhunderte später zählt Calacatta Viola zu den unverwechselbarsten Marmoren Italiens. Seine begrenzte Verfügbarkeit und die stark variierende Zeichnung sorgen dafür, dass kein Block exakt dieselbe Komposition aufweist. Einst prägend für einige der bedeutendsten Interieurs von Florenz, findet der Stein bis heute Verwendung in Architektur, Möbeln und skulpturalen Objekten und verbindet dabei seine aussergewöhnliche geologische Herkunft mit einer langen Geschichte italienischer Kunst und Gestaltung.
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